Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) hat in einer Online-Pressekonferenz unter anderem Zahlen aus 2019 vorgestellt und diese sprechen eindeutig für die PKV, jubiliert der Lobby-Verband. "Wir verzeichnen eine erfreuliche Trendwende.", freute sich der PKV-Vorsitzende Ralf Kantak.

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Konkret geht es um die Wanderbewegungen zwischen gesetzlichen und privatem System. Hier hatten die Privaten in 2018 seit langer Zeit wieder ein Plus einfahren können. Erstmals seit 2011 hatte die PKV netto wieder Mitglieder gewonnen. Zwar waren es lediglich 800 Personen. Aber: Gewinn ist Gewinn. Zuvor hatten die Gesetzlichen Krankenkassen jeweils den Wettstreit gewonnen. So hatte die PKV beispielsweise im Jahr 2017 noch gut 4.500 Personen an die GKV verloren.

Viele der Abgänge in Richtung GKV seien jedoch nicht freiwilliger Natur, zeigt der Verband auf. Schließlich müssten tausende seit Geburt privatversicherte junge Leute beim Eintritt ins Berufsleben gezwungenermaßen in die GKV wechseln. Derselbe Umstand würde auch Selbstständige betreffen, die in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wechselten.

Auch 2019 habe die PKV ein Plus einfahren können. 146.800 Personen wechselten von einer Krankenkasse zu einem Privatversicherer, zugleich hatte die PKV 129.400 Abgänge zu beklagen. Das ist ein Plus von 17.400 neuen Privatversicherten. 2017 hatte die PKV noch gut 4.500 Personen an die GKV verloren. Damit feiert die PKV ebenfalls erstmals seit 2011 einen Gewinn bei den Wanderbewegungen.

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Dennoch haben die privaten Krankenversicherer auch im Geschäftsjahr 2019 unter dem Strich Mitglieder verloren. Demnach sank die Zahl der Krankenvollversicherten im vergangenen Jahr um 0,1 Prozent. Gegen Ende des Jahres zählten die Privatversicherer noch 8,7 Millionen Versicherte. Mit dem neuerlichen Minus bei den Versichertenzahlen hat die Branche nun bereits das siebente Mal in Folge Verluste hinnehmen müssen. 2011 war der Wert das letzte Mal angestiegen. Damals zählten die Versicherer knapp 250.000 Versicherte mehr.